"Paraisópolis"

NORBERT BISKY

 

Der 1970 in Leipzig geborene Künstler zählt innerhalb seiner Generation zu den bekanntesten Malern Deutschlands. Seit Ende der 90er Jahre erregt Bisky mit seinen oft großformatigen Leinwänden internationales Aufsehen, da sich seine Arbeit jeglichem Diskurs verweigert und sich aus ganz unterschiedlichen kunstgeschichtlichen Quellen speist. Thematisch drehen sich seine Bilder oft um Sexualität, Katastrophenszenarien und Zerstörung. Fragmente menschlicher Körper und figürliche Elemente lösen sich unvermittelt in abstrakte Flächen und Formen auf, sanfte Pastelltöne treffen auf kräftige, intensive Farben.

Die Öl-Malereien Norbert Biskys zeichnen sich durch eine ganz spezielle Präsenz und Dynamik aus. Seine Aquarelle wirken hingegen spielerisch, mit leichter Hand und klarer Farbigkeit zu Papier gebracht. Oft sind Gruppen männlicher Akte vor abstrakten Formen zu sehen, die Assoziationen zu Strand und Meer zulassen. Durch das Integrieren des weißen Bildraums erwecken die teilweise sehr kleinformatigen Arbeiten einen Eindruck von großer Leichtigkeit. Die einzelnen Figuren sind nicht im Detail ausgearbeitet, sondern in virtuosem Gestus skizzenhaft angedeutet. Norbert Bisky beherrscht die Medien seiner Wahl in exzellenter Manier, indem er durch die große Präzision und trotz der Unmittelbarkeit des Farbauftrags eine starke narrative Assoziation kreiert, die in ihrer Brillanz und Meisterhaftigkeit ihresgleichen sucht.  

 

Jürgen Krieger (Hg.)
DEUTSCH/ENGLISCH
128 Seiten
mit 40 farb. Abbildungen
Duo-Leinen
Format: 21 x 29,7 cm
Euro 35.00  sFr 45.00
ISBN 978-3-86859-205-4

 

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über Norbert Bisky

Norbert Bisky ist der Sohn des Linkspartei-Politikers Lothar Bisky und dessen Frau Almuth. Er ist der jüngere Bruder des Journalisten und Schriftstellers Jens Bisky. Sein jüngerer Bruder Stephan Bisky verstarb 2008 im Alter von 23 Jahren. Norbert Bisky wuchs in der DDR auf. 1990 begann er ein Studium der Germanistik und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin.

Drei Jahre später besuchte er die Freie Kunstschule Berlin und entschloss sich zu einem Kunststudium. Er studierte von 1994 bis 1999 an der Hochschule der Künste bei Georg Baselitz, nahm an der Salzburger Sommerakademie in der Klasse von Jim Dine teil und absolvierte bei Baselitz 1999 ein Meisterschülerstudium.

Norbert Bisky lebt in Berlin

 

Zwischentöne, Interview mit Sabine Küchler am 24. Oktober 2010 im Deutschlandfunk, Teil 1 (mp3, 21 min, 9,8MB), Teil2 (mp3, 42 min, 19,1MB)

"Traum und Traumata"

Essay von Katja Blomberg

"Die Entscheidung, Maler zu werden fiel 1989, zum Zeitpunkt der Maueröffnung. Norbert Bisky erlebte die Ereignisse von Ostberlin aus. Er war neunzehn, entstammte einer überzeugt kommunistischen Familie und ging gelegentlich in die Alte Nationalgalerie, um das 1898 von der Jury verschmähte Gemälde „Grunewaldsee“ von Walter Leistikow zu bestaunen.

Die Landschaft des frühen Progressiven, der mit Max Liebermann die Berliner Secession gründete, zog Bisky schon als Teenager gedanklich ins Westberliner Seengebiet. Als die Freiheit da war, fuhr er sofort dorthin. Bis zu seinem eigenen „Grunewaldsee“, 1998, vergingen noch einige Jahre. Nun hängen zwei Varianten, von Leistikow und Bisky, in der Ausstellung „Ich war’s nicht“ beieinander. Die eine, um 1900 gemalte, ist in rötliches Abendlicht getaucht und verzichtet auf jegliches Personal. Die andere wertet das Motiv der melancholischen Einsamkeit am Seeufer in einen bunten Tagesausflug unter vier jungen Freunden mit Zelt um. Durch eine Einzelfigur im Vordergrund deutet Bisky ebenfalls auf die Einsamkeits-Analogie zwischen See und Seele."

www.norbertbisky.com/essay-katja-blomberg/

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Bild zum Thema EDITION Norbert Bisky

Edition & bibliophile Sonderausgabe

Rarität: Exklusive und streng limitierte Sammleredition von Norbert Bisky.

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NORBERT BISKY. ZENTRIFUGE ist die bislang umfangreichste Einzelausstellung von Norbert Bisky.

Norbert Bisky( Foto:dpa)

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